Mehr als Kitsch, Kommerz und Kerzen? Bräuche der Advents- und Weihnachtszeit
Mediathek, Oberkirch, Deutschland
8 €
Vortrag mit Lichtbildern von Prof. Dr. Werner Mezger, Universität Freiburg i. Br.
Die Zeit von Martini über Weihnachten bis Dreikönig ist eine Periode besonders intensiver Brauchentfaltung - und sie wirft viele Fragen auf: Was hat Sankt Martin mit Weihnachten zu tun? Was ist aus dem heiligen Nikolaus geworden, der sich vielerorts in den neutralen Weihnachtsmann verwandelt hat? Wo liegen die Ursprünge von Adventskranz, Christbaum, Krippen und Krippenspielen? Woher kommt der Ausdruck „Zeit zwischen den Jahren"? Und warum bewegt die Menschen heute weniger das biblische Ereignis der Geburt Christi als die Frage, ob es weiße Weihnachten gibt?
Der Vortrag geht diesen und weiteren Aspekten anhand von reichem Bildmaterial nach. Er bietet Einblicke in Brauchformen aus ganz Europa - darunter die kaum überschaubare Fülle der Nikolausbräuche im alpinen Raum. Der Vergleich verschiedener Kulturformen macht Zusammenhänge und Ideen sichtbar, die in früheren Jahrhunderten selbstverständlich waren, heute aber in Vergessenheit geraten sind. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Säkularisierungsprozess der Weihnachtszeit und seinen Gründen.
Werner Mezger ist durch zahlreiche Buchveröffentlichungen sowie Rundfunk- und Fernsehsendungen bekannt. Von 1996 bis 2021 war er Professor für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg, bis 2022 außerdem Direktor des Freiburger Instituts für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa (IVDE).
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bund Heimat- und Volksleben e. V.











