[Ur]Faust - von und nach J.W. von Goethe
Haus der Jugend, Mainz, Deutschland
18.6 €
Irgendwann pocht er bei jedem Schauspiel-Ensemble ans Tor: Goethes "Faust". Seit 2023 ist diese Neudeutung des Klassikers Teil des Repertoires der Jungen Bühne Mainz. Heinrich Faust - der Doktor, der erkennen möchte, "was die Welt im Innersten zusammenhält" - erträgt die Lückenhaftigkeit der Wissenschaften nicht länger, wird empfänglich für die Magie und schließt einen Pakt mit dem Teufel, der ihm die Genüsse des Lebens verspricht. Als Faust die junge Margarete - genannt Gretchen - kennenlernt, erweist sich die Macht der Liebe für beide als unkalkulierbares Risiko.
Warum trägt die Inszenierung den Titel "[Ur]Faust"? Goethe befasste sich nahezu sein gesamtes schriftstellerisches Leben mit dem Fauststoff, dessen Kern auf wahren Begebenheiten basieren soll und der seit dem 16. Jahrhundert zu den wichtigsten Inspirationsquellen der europäischen Literatur zählt. Zwischen 1772 und 1775 verfasste Goethe in Frankfurt am Main seine erste, noch kurze Bühnenfassung - heute bekannt als "Urfaust". Es folgten "Faust - Der Tragödie erster Teil" und die philosophisch ausladende Fortsetzung "Faust - Der Tragödie zweiter Teil", die auf Wunsch des Autors erst nach dessen Tod veröffentlicht wurde.
Die Junge Bühne Mainz widmet sich in dieser Produktion Goethes "Faust I" und verbindet dessen inhaltliche Vielschichtigkeit sowie die vielfach zitierte Verssprache mit der Dynamik und Prägnanz des "Urfaust". Szenen, die im "Urfaust" noch fehlen - darunter die "Zueignung", der "Prolog im Himmel" und Fausts Verjüngung in der "Hexenküche" - sind ebenfalls Teil der Inszenierung. So entsteht, basierend auf "Urfaust" und "Faust I", eine zeitgemäße Interpretation von Goethes Faust-Epos als großes Ensemblestück.











