evental

Künstler zwischen Glanz und Elend der Weimarer Republik

fand statt · 22. Okt. 2026

Urania Berlin, Deutschland

Künstler zwischen Glanz und Elend der Weimarer Republik — Urania Berlin, Berlin

Foto: UraniaeV · CC BY-SA 4.0

Beschreibung wurde vor der Veranstaltung verfasst

Die Weimarer Republik war eine Gesellschaft im Ausnahmezustand: Hyperinflation, Massenarbeitslosigkeit und politische Gewalt auf den Straßen standen einem beispiellosen kulturellen Aufbruch gegenüber. Berlin wurde zur Welthauptstadt der Moderne - und die Kunst zum Seismografen dieser widersprüchlichen Zeit.

Die künstlerischen Antworten auf diesen Umbruch fielen höchst unterschiedlich aus. Lesser Ury hielt an der impressionistischen Formensprache fest und fing das flüchtige Großstadtleben im Lichtglanz der Berliner Metropole ein. Otto Dix und Georg Grosz hingegen radikalisierten ihre Bildsprache: Aus dem anarchischen Impuls des Dadaismus heraus entwickelten sie die Neue Sachlichkeit - eine schonungslose, oft bitterböse Bestandsaufnahme zwischen Kriegstrauma, Dekadenz und aufziehendem Faschismus. Otto Nagel und Karl Hofer wiederum wählten den Weg des expressiven Realismus und richteten ihren Blick auf die Verlierer der Moderne: die Armen, die Entrechteten, die Vergessenen.

So verschieden diese Stile sind, so sehr eint sie ein gemeinsamer Impuls: Kunst als Reaktion auf gesellschaftliche Erschütterung, als Haltung und als Zeitzeugnis. Die Sonderausstellung „Ruin und Rausch" in der Neuen Nationalgalerie versammelt Werke all dieser Künstler. Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann nimmt dies zum Anlass, über die aktuelle Präsentation hinaus weitere Werke vorzustellen und sie in einen thematischen, inhaltlichen und stilistischen Dialog zu setzen.