CamelPhat Wien: das House-Duo aus Liverpool und seine Reise vom Plattenladen auf die großen Bühnen
Den Namen kennst du vielleicht nicht, aber den Song hast du garantiert im Ohr: dieser zähe, brummende Bass, die hypnotische Schleife, die im Sommer 2017 aus jedem Club, jedem Autoradio und jedem Festivalzelt drang. Das war "Cola". Dahinter stecken zwei Männer aus Liverpool, die sich CamelPhat nennen. Wenn du nach CamelPhat Wien suchst, willst du vermutlich wissen, wer da eigentlich auf der Bühne steht und ob sich der Abend lohnt. Das Verrückte daran: Dave Whelan erzählte dem BBC-Radio-1-Moderator Danny Howard, der Track sei in zwei oder drei Stunden entstanden, nach einem zufälligen Treffen mit Elderbrook im Studio in letzter Minute. Eine fast nebenbei entstandene Studio-Idee, die später für einen Grammy nominiert wurde.
Wer also denkt, hinter dem Sommerhit stecke eine durchkalkulierte Pop-Maschine, liegt falsch. CamelPhat sind zwei Plattensammler, die jahrelang im Underground unterwegs waren, bevor sie beinahe versehentlich einen der größten House-Tracks des Jahrzehnts produzierten. Dieser Text erzählt, wie es dazu kam, was ein Live-Set der beiden ausmacht und wie du einen Auftritt in Wien findest, ohne auf erfundene Versprechen hereinzufallen.
CamelPhat Wien: worum es bei dem House-Duo überhaupt geht
CamelPhat Wien meint einen Auftritt des britischen House-Duos in der österreichischen Hauptstadt. Erwartet wird ein DJ- und Produzenten-Set mit dem typischen dunklen, basslastigen Sound, für den die beiden bekannt sind. Konkrete Termine, Orte und Tickets prüfst du am besten direkt über die offiziellen Kanäle.
Eine wichtige Vorbemerkung, weil im Netz viel durcheinandergeht: Verlasse dich bei Datum, Veranstaltungsort und Ticketpreis ausschließlich auf bestätigte Quellen, nicht auf Hörensagen oder dubiose Wiederverkäufer. Wer in Wien lebt oder die Stadt besucht, behält den Konzert- und Festivalsommer am einfachsten über einen zentralen Überblick im Blick. Reinschauen lohnt sich im Konzertbereich, im Festivalbereich und im laufend aktualisierten Veranstaltungskalender. Dort siehst du sofort, was in der Stadt tatsächlich angesetzt ist.
Warum gerade Wien für ein Set wie dieses funktioniert? Elektronische Musik lebt vom Abend, von Bewegung, von einer großen Menge, die zusammen den Groove hält. Das ist keine Theatervorstellung mit fester Sitzordnung, sondern Tanzmusik, die ihre Wirkung erst entfaltet, wenn es dunkel wird und die Bässe über das Gelände tragen. Genau in dieses Zeitfenster gehört ein CamelPhat-Set.
Wer sind CamelPhat? Zwei Plattenladen-Nerds aus Liverpool
Hinter CamelPhat stehen Dave Whelan und Mike Di Scala, zwei DJs aus Liverpool. Sie kennen sich aus der lokalen Clubszene und haben den langen Weg vom heimischen Plattenladen bis zur Weltbühne genommen.
CamelPhat sind ein englisches DJ- und Produzenten-Duo, bestehend aus Dave Whelan und Mike Di Scala, gegründet 2006 in Liverpool. Kennengelernt haben sie sich auf die denkbar passendste Art für zwei Vinyl-Besessene. Das Paar traf sich 2006 in Liverpools 3B Records, wo Di Scala als Türsteher arbeitete und bemerkte, dass Whelan ähnliche Platten kaufte wie er. Der eine griff also ständig nach denselben Scheiben wie der andere, und daraus wurde eine Freundschaft.
Was viele nicht wissen: Di Scala hatte vor CamelPhat schon ein ganz anderes Musikerleben. Die beiden hatten bis dahin sehr unterschiedliche Wege hinter sich, Di Scala hatte bereits Charterfolge mit Ultrabeat und Rezonance Q, während Whelan seine Jubilee-Clubmarke aufbaute. Bevor also der elegante, dunkle House kam, drehte sich bei ihm einiges um deutlich härtere und schnellere Töne.
Bezeichnend für die Haltung der beiden ist die Anfangszeit unter dem Namen CamelPhat. Als CamelPhat trugen sie anfangs Ringermasken, um ihre Identität zu verbergen, weil sie wollten, dass die Leute die Musik beurteilen und nicht sie selbst. Dazu kam ein kleiner Trick mit der Herkunft. 2008 fotografierten sie sich in Ringermasken, nannten sich CamelPhat, richteten ein SoundCloud-Profil mit Standort Mailand ein, veröffentlichten ein paar Tracks, und sofort sprangen Tastemaker wie Pete Tong und Annie Mac an. Die beiden Liverpooler taten also so, als kämen sie aus Italien, damit niemand Vorurteile über ihre Herkunft auf die Tracks projizierte. Plötzlich beurteilten Leute weltweit sie nicht nach ihrer Vorstellung von aufgebrezeltem Liverpooler Publikum, sondern danach, was aus den Lautsprechern kam. Den Bandnamen CamelPhat trugen sie offiziell ab 2010, als erste Aufnahmen unter diesem Namen auf ihrem eigenen Label erschienen.
"Cola": der Zufallshit, der alles veränderte
"Cola" entstand 2017 fast beiläufig in einer Studiosession und wurde innerhalb weniger Monate zu einem der prägendsten House-Tracks des Jahrzehnts. Der Weg vom Geheimtipp zur Grammy-Nominierung verlief erstaunlich schnell.
Die Geschichte beginnt mit einer Begegnung im Studio. Die Sängerstimme auf dem Track stammt von Elderbrook, der eher zufällig vorbeischaute. CamelPhat luden Elderbrook im Februar zu einer Session in London ein, er war einer von mehreren Sängern, die sie während einer dreitägigen Aufnahmephase ins Studio baten, bevor sie nach Liverpool zurückkehrten. Aus dieser kurzen Session wurde, ohne dass es jemand ahnte, ein Welthit. Dass die beiden selbst nicht daran glaubten, machten sie später kein Geheimnis: Mike Di Scala erzählte Skiddle, dass sie sich bei "Cola" nicht viel dachten und es vier Monate dauerte, den Track unter Vertrag zu bringen, danach aber schoss er durch die Decke.
Den ersten großen Schub gab das Radio. Der Track debütierte im Juni 2017 in Danny Howards Sendung als BBC Radio 1's Hottest Record in the World. Von da an ging es schnell. Der Song lief in Ibiza rauf und runter, kletterte in die Charts und blieb dort hängen. Er erreichte im November 2017 Platz eins der Billboard Dance Club Songs und bescherte der Zusammenarbeit ihren ersten US-Nummer-eins-Hit. In Großbritannien hielt sich die Single auffällig lange in den Listen.
Den eigentlichen Wendepunkt brachte die Award-Saison. Die Single wurde bei den Grammy Awards 2018 für die beste Dance-Aufnahme nominiert. Für einen Underground-Dance-Track, der ursprünglich nur die Clubs füllen sollte, ist das ungewöhnlich. Und die Zahlen wachsen bis heute. Stand August 2025 hat "Cola" in Großbritannien dreifach Platin erreicht, mit über zwei Milliarden Streams auf allen Audioplattformen weltweit.
Musikalisch erklärt sich der Erfolg gerade durch seine Sturheit. "Cola" ist ein Dance-Stück mit 122 Schlägen pro Minute und Einflüssen aus dem Chicago House. Das ist bemerkenswert, denn der Track schwamm gegen den Strom. In einer Zeit, in der Crossover-Dance vor allem in den USA oft langsamer wurde, rund um 100 Schläge pro Minute oder weniger, treibt "Cola" mit klassischem House-Tempo nahe 120 voran. Und er setzte sich nicht über Marketing durch, sondern über die Tanzfläche. Während die meisten Platten in den oberen Chartregionen stark vom Streaming lebten, gewann "Cola" beinahe ausschließlich über die Dancefloors der Welt an Zugkraft.
Vom Underground bis nach Wembley
Nach "Cola" haben CamelPhat den Spagat geschafft, der den meisten misslingt: ganz oben anzukommen, ohne ihre Glaubwürdigkeit in der Clubszene zu verlieren. Es folgten zwei Alben, große Bühnen und Residenzen auf Ibiza.
Das Debütalbum kam 2020. Vom Erfolg des Debütalbums "Dark Matter" aus dem Jahr 2020 und natürlich von "Cola", dem meistgespielten Song der Insel von 2017, getragen, ließen sich die beiden Zeit und formten ihr zweites Album "Spiritual Milk" zu ihrem prägendsten Werk. Auf dem Weg dorthin ging es für das Duo in Dimensionen, die für zwei DJs aus dem Norden Englands kaum vorstellbar waren. CamelPhat wurden quasi über Nacht zu internationalen Stars, tauschten Auftritte in Liverpool gegen Las Vegas, tourten mit "Dark Matter" durchs Land und beendeten die Tour mit einem Headliner-Slot im Wembley Stadium.
Statt sich vom Pop-Erfolg davontragen zu lassen, zogen sie sich tiefer in die Clubkultur zurück. Die Ibiza-Residenzen erzählen das gut. Im Sommer 2022 starteten CamelPhat ihre Residenz im Ushuaïa, gemeinsam mit dem ebenfalls aus dem Nordwesten stammenden Duo Solardo, bevor sie 2023 ins Pacha wechselten. Den Wechsel begründete Whelan damit, dass ihr zunehmend Richtung Techno gehender Sound früh am Abend schwer rüberzubringen war, im Pacha aber zu später Stunde aufging.
Bemerkenswert ist auch, mit wem sie inzwischen arbeiten. Auf ihrem Label When Stars Align erscheint ihr zweites Album "Spiritual Milk" mit Gästen wie London Grammar, Jake Bugg, Noel Gallagher, Kölsch und Ali Love. Indie-Songwriter, Rock-Frontmänner, Techno-Acts: CamelPhat holen sich Stimmen aus ganz unterschiedlichen Ecken und biegen sie in ihren eigenen, dunklen Sound. Sie haben ihren Sound stetig weiterentwickelt und sind zu einem der meistverkauften Acts in der Geschichte von Beatport geworden. Dass sie dabei nicht abgehoben sind, betonen sie selbst gern. Das Liverpooler Duo hat auf einem der größten Crossover-Dance-Hits der modernen Ära aufgebaut, ohne ein Gramm Glaubwürdigkeit zu verlieren, und ist trotz Milliarden von Streams den echten Tanzflächen verbundener denn je.
Was du von einem CamelPhat-Set erwarten kannst
Ein CamelPhat-Set ist kein Greatest-Hits-Abspielen, sondern ein DJ-Set, das sich über die Zeit aufbaut. Erwarte dunkle, treibende House- und Techno-Texturen statt durchgehender Mitsing-Refrains.
Die beiden verstehen sich nicht als Pop-Act, sondern als DJs, die aus der Tanzmusik kommen, und genau das prägt ihre Auftritte. Inzwischen werden sie sogar in einer Reihe mit Acts wie Four Tet und The Chemical Brothers genannt. Mit ihrer Pacha-Residenz, weltweiten Touren und ihrem bislang größten Projekt, dem Album "Spiritual Milk", stehen CamelPhat neben Acts wie Four Tet und The Chemical Brothers und gestalten Live-Erlebnisse, die so kühn und weitläufig sind wie ihre Musik.
Praktisch heißt das: Komm mit der Erwartung eines durchgehenden Flows, nicht eines Song-für-Song-Konzerts. Die Energie wächst über die Spielzeit, und der beste Moment ist meist nicht der Anfang, sondern die zweite Hälfte des Sets, wenn die Menge warmgelaufen ist. Bequeme Schuhe sind sinnvoller als ein guter Sitzplatz, denn gestanden und getanzt wird hier mehr als gesessen. Wer "Cola" erwartet und sonst nichts, sollte sich darauf einstellen, dass das Set live oft tiefer und härter ausfällt, mit langen Übergängen, die erst nach Minuten ihre Wirkung entfalten.
So findest du einen CamelPhat-Auftritt in Wien
Den sichersten Überblick über Termine, Tickets und Begleit-Acts bekommst du über die offiziellen Vorverkaufsstellen und einen verlässlichen Veranstaltungskalender. Plane den Abend mit etwas Puffer, dann wird der Besuch entspannt.
Ein paar grundsätzliche Hinweise, die für jedes Open Air und jeden Clubabend in Wien helfen: Reise mit den Öffis an, weil die Parksituation rund um große Events schwierig ist. Nimm bei Veranstaltungen unter freiem Himmel eine leichte Jacke mit, denn nach Mitternacht kühlt es spürbar ab. Und kauf Tickets ausschließlich über offizielle Vorverkaufsstellen, nicht über zwielichtige Zweitanbieter. Welche elektronischen Abende in der Stadt tatsächlich anstehen, siehst du gebündelt im Konzertbereich und im Festivalbereich.
Falls du das Wochenende rund machen willst, lohnt ein Blick in das kulturelle Drumherum der Stadt. Wien ist nicht nur Clubnacht, sondern auch Bühne und Kabarett, etwa Harry G mit HoamStories im Theater im Park oder klassisches Schauspiel im Burgtheater. So lassen sich elektronische Konzerte und Theaterabende leicht in einem Wochenende kombinieren. Den kompletten Sommerkalender hältst du im Veranstaltungskalender im Blick.
Häufige Fragen zu CamelPhat Wien
Wann und wo spielen CamelPhat in Wien?
Konkrete Termine und Spielorte ändern sich und sollten immer über die offiziellen Vorverkaufsseiten geprüft werden. Den verlässlichsten Überblick, ob und wann ein Auftritt in der Stadt ansteht, bekommst du über den Veranstaltungskalender und den Konzertbereich. Verlass dich nicht auf inoffizielle Angaben oder Wiederverkäufer.
Was sollte ich musikalisch erwarten?
Ein DJ- und Produzenten-Set mit dem dunklen, basslastigen House- und Techno-Sound, für den die beiden berühmt sind. "Cola" kann fallen, doch das Set lebt vom Aufbau über die gesamte Spielzeit. Wer die typische Spannung elektronischer Sets mag, kommt hier auf seine Kosten.
Wer steckt eigentlich hinter CamelPhat?
Dave Whelan und Mike Di Scala, zwei DJs aus Liverpool, die sich in einem Plattenladen kennenlernten und in der Anfangszeit Ringermasken trugen, damit man sie nur an der Musik misst. Aus dieser Underground-Haltung wuchs einer der größten House-Acts der letzten Jahre.
Warum ist "Cola" so wichtig für das Duo?
Der Track entstand in nur wenigen Stunden, lief 2017 als Hottest Record auf BBC Radio 1, wurde 2018 für einen Grammy nominiert und hat inzwischen über zwei Milliarden Streams. Er hat CamelPhat vom Geheimtipp zur internationalen Größe gemacht.
Lohnt sich der Abend, wenn ich kein Hardcore-Clubgänger bin?
Ja, durchaus. Ein elektronischer Abend ist niedrigschwelliger, als viele denken: Du kannst die Atmosphäre genießen und musst nicht jeden Track kennen. Wenn du ein Faible für hypnotische Grooves und einen Sound hast, der sich langsam steigert, wirst du den Auftritt mögen.
Quellen
- evental: Konzerte in Österreich, Festivals und Veranstaltungskalender
- evental: Harry G - HoamStories und Herr Puntila und sein Knecht Matti, Burgtheater Wien
- Wikipedia: CamelPhat sowie Cola (CamelPhat and Elderbrook song)
- Defected Records: The Story of CamelPhat & Elderbrook's "Cola"
- Billboard: Interview mit CamelPhat und Elderbrook zum Erfolg von "Cola"
- Mixmag und The Liverpudlian: Hintergründe zu Karriere, Alben und Ibiza-Residenzen
- DGTL Festival: Künstlerprofil CamelPhat