Deftones Wien: die Band, die Härte und Zärtlichkeit im selben Atemzug spielt

Vielleicht kennst du nicht jeden Songtitel, aber diesen einen Moment hast du bestimmt schon gehört: ein tiefergestimmtes Riff, das dir in die Magengrube fährt, und darüber eine Stimme, die vom Flüstern in einen Schrei kippt. Das ist Deftones. Und hier kommt der Teil, den selbst viele Fans vergessen haben: Als die Band im Jahr 2000 ihr heute meistverehrtes Album veröffentlichte, fühlten sich ihre eigenen Anhänger erst einmal betrogen. Chino Moreno erinnert sich, dass die Platte nicht sofort geliebt wurde, so sehr die Fans sie heute schätzen, denn damals galt die Gruppe eher als Nu-Metal-Band. Wer nach Deftones Wien sucht, sollte diese Sturheit kennen, denn genau sie hört man bis heute auf der Bühne. Und das Verrückte: Über zwei Jahrzehnte später ist die Band angesagter denn je.

Deftones Wien: worum es bei einem Konzert dieser Band wirklich geht

Kurz vorweg: Ein Deftones-Konzert ist kein durchgehendes Krawall-Programm, sondern ein ständiges Kippen zwischen Wucht und Schwerelosigkeit. Wer über Deftones Wien nachdenkt, plant also weniger einen reinen Metal-Abend als eine Dramaturgie aus Anspannung und Loslassen.

Einen fixen, bestätigten Wiener Termin für die Band führen wir in unserer Datenbank aktuell nicht. Das ist beim Planen wichtig: Verlasse dich für Datum, Ort und Ticketstart ausschließlich auf offizielle Ankündigungen der Band und autorisierter Vorverkaufsstellen. Diese Anleitung liefert dir dafür das Rüstzeug, nämlich das nötige Hintergrundwissen, damit du beim nächsten Deftones-Konzert in Wien weißt, worauf du achten musst und welche Songs du vorher gehört haben solltest. Wenn du dir generell einen Überblick über das Wiener Konzertjahr verschaffen willst, hilft dir unsere Konzerte-Übersicht und der Veranstaltungskalender.

Warum lohnt sich der Aufwand? Weil Deftones zu den wenigen im Genre gehören, die beide Extreme live tatsächlich bedienen. Zwei Jahrzehnte nach ihrem Schlüsselwerk gilt es als das definierende Meisterwerk der Band, ein offenes Statement für Klanglandschaften aus hoher Spannung und Schönheit. Genau dieser Widerspruch ist die eigentliche Attraktion.

Von der Schulband aus Sacramento zum Kult

Kurz gesagt: Deftones sind keine Retorten-Band, sondern das Ergebnis von Jugendfreunden, die drei Jahrzehnte zusammengeblieben sind. Diese Kontinuität erklärt, warum ihre Konzerte so eingespielt und trotzdem intensiv wirken.

Angefangen hat alles Ende der Achtziger im kalifornischen Sacramento. Deftones formierten sich dort, unterschrieben bei Madonnas Label Maverick und veröffentlichten 1995 ihr Debüt Adrenaline, einen rohen Ausbruch junger Energie, der Neunziger-Alt-Metal mit ungezügelten Schreien und schroffen Riffs mischte. Der Durchbruch kam nicht über Nacht. Zwei Jahre später verstärkte das Nachfolgealbum Around the Fur die Laut-leise-Dynamik, zeigte mehr Bandbreite und brachte die Band auf große Festivalbühnen und Headliner-Touren.

Von Beginn an klang die Band anders als die Kollegen der aufkommenden Nu-Metal-Welle, auch wenn sie ständig in diese Schublade gesteckt wurde. Zwar galten Deftones neben Korn als Gründerväter der aufsteigenden Nu-Metal-Szene, doch genau diese Zuschreibung störte sie, denn statt Stolz empfanden sie eher Enge, wie Gefangene einer Bewegung, die sie nie schaffen wollten. Dieser Ehrgeiz, aus der Schublade herauszukommen, wurde zum roten Faden ihrer ganzen Karriere. Übrigens war das Umfeld der Band alles andere als Rockstar-Klischee. Man sieht ihnen auf der Bühne zu, und sie tragen kein Make-up, keine verrückten Frisuren, keine Kostüme, sondern sind einfach ganz normale Typen, die packende Musik machen.

White Pony: das Album, das alles veränderte

Kurz gesagt: Wer verstehen will, warum Deftones bis heute verehrt werden, muss ihr drittes Album kennen. Es ist der Moment, in dem aus einer guten Band eine eigene Kategorie wurde.

Das Werk war ein bewusster Bruch mit dem Zeitgeist. Während die ersten beiden Platten gut aufgenommen wurden, war es das dritte Album, das die Band endgültig über die Nu-Metal-Bewegung hinaushob, in die sie unfreiwillig einsortiert worden war, und den komplexen Sound herausbildete, der von da an ihr Markenzeichen wurde. Diesen Sprung ermöglichte auch ein neues Vollmitglied und eine ungewöhnliche Zutat. Es war das erste Deftones-Album, das prominent Elemente von Shoegaze, Trip-Hop und Post-Rock einsetzte, und nicht zufällig auch das erste mit Frank Delgado an Turntables und Keyboards als festem Mitglied sowie das erste mit Gitarrenbeiträgen von Moreno.

Dass daraus überhaupt ein Album wurde, war keine Selbstverständlichkeit. Gitarrist Stephen Carpenter, ein Fan der schwedischen Extremband Meshuggah, bestand zunächst auf einer harten, wuchtigen Platte und wollte sich nicht auf die weicheren, melodischen Ideen Morenos einlassen, sodass es dem Sänger lange Mühe kostete, ihn davon zu überzeugen, dass man auch in ruhigeren Passagen schwer sein kann. Der Titel selbst war Programm. Deftones hatten ihn schon vor dem ersten Ton parat, weil sie fanden, ein subtiler, geheimnisvoller Name sei eine praktische Möglichkeit, sich von der Nu-Metal-Szene abzugrenzen.

Der Erfolg gab ihnen recht, obwohl das Label zunächst zweifelte. Erschienen ist die Platte am 20. Juni 2000, an Chino Morenos 27. Geburtstag, und die Vorfreude war so groß, dass die Band am selben Abend bei David Letterman auftrat und Change (In the House of Flies) spielte, obwohl das Label diesen Song für die Kampagne nicht aggressiv genug fand. Das Album stieg in den USA auf Platz drei ein und katapultierte die Band auf dieselben MTV-Sendungen und Countdowns, in denen sonst Britney Spears und die Backstreet Boys liefen. Ein prominenter Gast veredelte die Platte zusätzlich. Tool-Sänger Maynard James Keenan, der auf dem Standout-Track Passenger mit Moreno im Duett singt, nennt es eines ihrer besten Alben.

Bemerkenswert ist, wie langlebig dieser Wurf ist. Die Platte gehört in eine erlesene Reihe von Klassikern wie Nine Inch Nails' The Downward Spiral, Soundgarden's Superunknown oder Nirvanas In Utero, ein dunkles, kompromisslos künstlerisches und zutiefst antikommerzielles Werk, das trotzdem Millionen weltweit erreichte. Und die Wirkung reicht bis in die Gegenwart. Wie bei den meisten Alben der Band gab es zuletzt einen großen Zustrom jüngerer Hörer, die das Werk über TikTok entdeckten.

Wie klingt Deftones live?

Kurz gesagt: Erwarte kein gleichförmiges Dauerfeuer, sondern das ständige Aufeinandertreffen von Härte und Traum. Genau dieser Kontrast trägt den Abend.

Das Herzstück des Deftones-Sounds ist der Widerspruch. Ein Song kann dich mit einem Riff in den Boden drücken und dich Sekunden später in eine hallende, fast schwerelose Fläche fallen lassen. Dass Carpenter mit siebensaitigen Drop-Tunings etwas schafft, das nicht nur scharf und laut, sondern weiträumig romantisch klingt, ist für Gitarristen seit Langem eine hohe Messlatte. Darüber liegt eine der markantesten Stimmen des Genres. Chino Morenos Gesang wechselt zwischen träumerischem Schmelz und verzweifeltem Kreischen, als stürzten rings um ihn Säulen ein.

Diese Spannung ist auch das, was die Musik so eigen macht und Deftones von ihren einstigen Zeitgenossen unterscheidet. Genau hier begannen sie, Brutalität und Schönheit zu verschmelzen. Für ein Konzert heißt das konkret: Freu dich auf die großen, ekstatischen Momente, aber rechne auch damit, dass die Band tiefer in ihre atmosphärischen Albumtracks geht. Vor Ort geht es laut zur Sache, dezente Ohrstöpsel schaden also nicht und schützen, ohne den Klang zu ruinieren.

Private Music und die späte Renaissance

Kurz gesagt: Deftones sind kein Nostalgie-Act, der von alten Hits lebt. Ihr jüngstes Album zeigt eine Band auf einem kreativen Hoch, was für ein Konzert 2026 eine spannende Mischung aus Klassikern und frischem Material verspricht.

Nach jahrelanger Pause meldeten sie sich stark zurück. Private Music ist das zehnte Studioalbum der Band und erschien am 22. August 2025 über Reprise und Warner Records. Produziert hat es Nick Raskulinecz, der bereits an Diamond Eyes und Koi No Yokan mitwirkte, und es ist das erste Album mit dem Tour-Bassisten Fred Sablan. Die Anerkennung war beträchtlich. Das Album wurde bei den 68. Grammy Awards in der Kategorie Best Rock Album nominiert.

Interessant ist, wie sehr das aktuelle Interesse an die Umbruchzeit erinnert. Ein Kritiker beschreibt es als den größten Hype um ein neues Album seit White Pony um die Jahrtausendwende und berichtet, dass junge Leute in Plattenläden wieder aufgeregt über Deftones sprechen. Anders als viele Bands ihrer Generation stehen sie damit ungewöhnlich gut da. Sie sind der unwahrscheinliche einzige Überlebende der verschmähten Nu-Metal-Ära, der das Jahrzehnt und die Szene mit seiner künstlerischen Integrität verließ, und das Quintett aus Sacramento ist heute angesagter denn je. Für dich als Konzertgänger bedeutet das: Du erlebst eine Band, die im Hier und Jetzt relevant ist, nicht nur in der Erinnerung.

Wie du Deftones in Wien nicht verpasst und was du sonst live erleben kannst

Kurz gesagt: Tickets nur über offizielle Kanäle, Termine über den Kalender im Auge behalten und die Wartezeit mit den richtigen Alben füllen. So bist du vorbereitet, sobald ein Termin steht.

Ein paar praktische Hinweise für die Planung rund um Deftones Wien:

  • Termine verlässlich prüfen. Kündigt die Band Wien an, findest du die Info über offizielle Kanäle und autorisierte Ticketplattformen. Lege dir eine Erinnerung zum Ticketstart, denn stark nachgefragte Shows sind schnell weg.
  • Nur offiziell kaufen. Meide Zweitmärkte mit überhöhten Preisen und achte auf autorisierte Vorverkaufsstellen, um Fälschungen zu vermeiden.
  • Einstieg über die richtigen Alben. Neben White Pony lohnen sich Around the Fur und Diamond Eyes. Diese drei werden gern als Empfehlung für Ersthörer genannt, um ein Gefühl für Sound und Songwriting der Band zu bekommen.
  • Radioklassiker kennen. Wer My Own Summer (Shove It), Be Quiet and Drive (Far Away) und Change (In the House of Flies) im Ohr hat, erkennt beim Konzert die großen Momente sofort.

Solange kein Deftones-Termin feststeht, ist die Wiener Bühne für schwere Musik trotzdem gut bespielt. Wer es kompromisslos härter mag, findet mit den kanadischen Prog-Metal-Veteranen Voivod einen ganz eigenen Kosmos. Deren Konzert Voivod - Europe 2026 in der Arena Wien ist ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig die heftige Musik in der Stadt vertreten ist. Für weitere Abende hilft dir der Veranstaltungskalender, über die Festivals-Übersicht siehst du die Open-Air-Formate der Region, und in der Künstler-Datenbank behältst du deine Lieblingsacts im Blick.

Häufige Fragen zu Deftones Wien

Sind Deftones eine Nu-Metal-Band?

Nur in den Anfangsjahren, und selbst da nur widerwillig. Sie galten neben Korn als Gründerväter der Nu-Metal-Szene, empfanden diese Zuschreibung aber als einengend und fühlten sich als Gefangene einer Bewegung, die sie nie schaffen wollten. Spätestens mit White Pony hat sich das erledigt, heute laufen sie unter Alternative Metal.

Welche Songs sollte ich vor dem Konzert kennen?

Ein guter Startpunkt sind die Radioklassiker der Band. Nach Around the Fur wurde die Band durch Hits wie My Own Summer (Shove It) und Be Quiet and Drive (Far Away) breit bekannt. Dazu kommt Change (In the House of Flies), die kommerziell erfolgreichste Single. Wer diese Titel kennt, erkennt beim Konzert die großen Momente sofort wieder.

Warum gilt White Pony als so besonders?

Weil es beweist, dass schwere Musik nicht laut und stumpf sein muss. Zwei Jahrzehnte später bleibt die Platte das definierende Meisterwerk der Band, ein offenes Statement für Klanglandschaften aus hoher Spannung und Schönheit. Es hat die Band von ihren Zeitgenossen abgehoben und den Weg für alles Folgende geebnet.

Was ist Private Music?

Das ist die neueste Platte der Band. Private Music ist das zehnte Studioalbum, erschienen am 22. August 2025, und markiert nach 2020 die längste Veröffentlichungspause zwischen zwei Deftones-Alben. Bei einem Konzert 2026 hörst du also wahrscheinlich eine Mischung aus diesem frischen Material und den alten Klassikern.

Lohnt sich das Konzert auch für Einsteiger?

Ja, gerade wegen der Bandbreite. Deftones schufen sich eine Nische, in der sie Sex und Gewalt so verbanden, wie es keine Band vor ihnen tat. Der ständige Wechsel zwischen Härte und melodischen, atmosphärischen Passagen macht den Abend auch ohne tiefes Vorwissen packend, weil sich sogar Hörer außerhalb der Metal-Szene an den ruhigeren Momenten festhalten können.

Quellen

  • Wikipedia: White Pony und Private Music (Erscheinungsdaten, Besetzung, Produktion, Grammy-Nominierung)
  • Kerrang!: Oral History of White Pony (Entstehung, Einordnung, Nu-Metal-Debatte)
  • Louder / Metal Hammer: Story hinter White Pony (Veröffentlichung, Letterman, Label-Zweifel)
  • Revolver: Hintergründe zu White Pony, Besetzung und Sound
  • The Ringer: Oral History zum 20. Jubiläum (Band-Charakter, Live-Auftreten)
  • Medium / Modern Music Analysis: Einstieg-Empfehlungen und TikTok-Rezeption
  • Post-Trash und Billboard: Rezeption und Fakten zu Private Music
  • evental-Veranstaltungen zur Einordnung des Wiener Programms, u. a. Voivod - Europe 2026 (Arena Wien) und die Künstlerseite Voivod
  • evental-Hubs: Konzerte, Veranstaltungskalender, Festivals und Künstler