Dead Souls
Kulturetage, Oldenburg, Deutschland
Ein mysteriöser Fremder taucht in den staubigen Straßen einer kleinen Grenzstadt auf - Hotel, Saloon, korrupter Sheriff, Sargmacher, mehr gibt es nicht. Alex Cox spielt bewusst mit Erinnerungen an Leone und Eastwood, doch in „Dead Souls", einer sehr freien Adaption von Nikolai Gogols satirischem Roman »Tote Seelen«, läuft nichts so, wie man es erwartet.
Der Fremde, von Cox selbst gespielt, ist weder Revolverheld noch Rächer. Er will nur die Namen von Mexikanern kaufen, die in diesem Kaff in Arizona im Jahr 1890 - dem Jahr der Volkszählung - gestorben sind. Warum, sagt er nie: mal gibt er sich als Zensusbeamter aus, mal als Regierungsvertreter. Nach und nach wird klar, dass die Toten auf dem Papier als „erfolgreich entfernte" Personen gemeldet werden - ein bürokratischer Trick, mit dem sich Abschiebezahlen fälschen lassen. Der Tod zählt nur noch als Verwaltungsakt.
Die Anspielung auf gegenwärtige US-Migrationspolitik ist kaum zu übersehen. Cox bestätigt damit seinen Ruf als einer der subversivsten Filmemacher seit den frühen 1980er Jahren.











