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Ella & Louis Jazz Club im Holzhausenschlösschen - Kristjan Randalu & Bodek Janke

fand statt · 22. Okt. 2026

Holzhausenschlösschen, Frankfurt, Deutschland

Ella & Louis Jazz Club im Holzhausenschlösschen - Kristjan Randalu & Bodek Janke — Holzhausenschlösschen, Frankfurt

Foto: KS_aus_F · GFDL 1.2

Beschreibung wurde vor der Veranstaltung verfasst

Kristjan Randalu (Klavier)
Bodek Janke (Schlagzeug)

„Diese Duo-Mischung ist so zeitlos wie beiläufig spektakulär, so fordernd wie auf hohem Niveau unterhaltsam, dass mancher in Zukunft die beiden Energetiker selbst auf der Bühne erleben wollen wird." - Jazzthing

Die Zusammenarbeit zwischen dem estnischen Pianisten Kristjan Randalu und dem polnischen Schlagzeuger Bodek Janke reicht über drei Jahrzehnte zurück. Seitdem haben sie in verschiedenen Konstellationen, auch als Duo, immer wieder gemeinsam musiziert und sind auf zehn Alben zu hören, auf denen sie Jazz und andere improvisatorische Idiome mit folkloristischen Traditionen verbinden. „Double Standard" ist die erste Einspielung des Duos seit dem Live-Album „Live" von 2008, das das Jazztimes Magazin als „ein fesselndes Erlebnis" bezeichnete. Auf der neuen EP erkunden Randalu und Janke Jazz-Standards aus neuen Blickwinkeln: vertraute Melodien und Kadenzen werden in ungewöhnliche Taktarten und verspielte Polyrhythmen überführt - mit all der musikalischen Intimität, die die beiden seit so vielen Jahren gemeinsam kultivieren.

Das Programm beginnt mit „At Last" - Janke und Randalu betten die Melodie in vertrackte Rhythmik ein und schaffen einen elastischen Groove, der ihre Soli förmlich vom Blatt springen lässt. Miles Davis' „So What" hat mit Cool-Jazz kaum noch etwas gemein: Die vertraute Melodie wird beschleunigt, mit alterierten Notenlängen neu zusammengesetzt und schließlich in ein virtuoses Klaviermuster überführt, das in einem fulminanten Crescendo gipfelt. Herbie Hancocks „Cantaloupe Island" erklingt im Neunertakt, mit starkem Backbeat und ausufernden Läufen über die Tasten, während Janke die Grundmelodie mit wechselnden metrischen Mustern und enthemmten Fills versieht. Paul Desmonds „Take Five" beginnt beim Duo zunächst mit einem Viererpuls in Quintolen, bevor erst im B-Teil der titelgebende 5/4-Takt eingeführt wird. Den Abschluss bildet eine eigenständige Version von „Blue Bossa", die Randalu und Janke 2020 aufnahmen - zu einer Zeit, in der es nahezu unmöglich war, gemeinsam im selben Raum zu spielen. Dass das gesamte Projekt aus der Ferne konzipiert wurde, spricht für die Qualität der beiden Musiker, die selbst über die Distanz hinweg komplexes und fließendes Zusammenspiel zustande bringen.