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Lise Christiani – Mit dem Cello nach Sibirien

Mo, 9. Nov. 2026 · 20:00

Stalburg Theater, Frankfurt, Deutschland

26 €

Lise Christiani – Mit dem Cello nach Sibirien — Stalburg Theater, Frankfurt

Eine Frau mit Violoncello?! Obszön! Ein Tabubruch! Lise Cristiani, in der Gosse von Paris geboren, ist die erste Cellistin, die es 1845 wagt, öffentlich aufzutreten. Das Instrument war bis dahin ausschließlich Männern vorbehalten - man muss es schließlich zwischen die Beine nehmen, völlig undenkbar für eine Frau. Genau deshalb strömt das Publikum in die Konzertsäle; manche steigen auf die Sitze, um zu sehen, wie sie das wohl macht. Die überraschend "graziöse Erscheinung" werde "niemals so ausdrucksstark spielen können wie es Herren vermögen", schreiben die Journale.

Entgegen allen Prognosen ihrer Kritiker erobert die erst neunzehnjährige Lise Cristiani mit ihrem Stradivari-Cello die Konzerthäuser Europas. Sie begeistert Prinzen und Könige, wird vom dänischen König zur ersten Hofcellistin ernannt. Im Gewandhaus Leipzig tritt sie neben Felix Mendelssohn-Bartholdy auf - der Komponist ist so angetan, dass er ihr ein Stück widmet: "Romance sans Paroles". Auf einer abenteuerlichen Reise in Kutsche, Rentier- und Hundeschlitten bringt sie ihre Musik bis zum äußersten Zipfel Sibiriens, "an Orte, wo niemals zuvor ein Künstler hingekommen ist".

Das Trio lässt diese Geschichte in einem Wechselspiel aus Musik und Erzählung lebendig werden. Dabei erklingen auch fast vergessene Werke von Cellisten, die damals gefühlvolle Opernarien für ihr Instrument arrangierten: Alexandre Batta, Adrien-François Servais und Jacques Offenbach - Zeitgenossen Cristianis, denen sie begegnete und deren Musik sie leidenschaftlich in ihren Konzerten spielte.

Mit Liudmila Firagina (Cello), Julia Reingardt (Piano) und Simone Jung (Erzählung)