Samson und Dalila | 61. Internationales Wratislavia-Cantans-Festival im Andenken an Andrzej Markowski
Nationales Musikforum in Breslau, Polen
Die 61. Ausgabe des Internationalen Wratislavia-Cantans-Festivals im Andenken an Andrzej Markowski wird mit Camille Saint-Saëns' Oper "Samson und Dalila" eröffnet. Der Komponist war dreiunddreißig Jahre alt, als er sich an die Arbeit an diesem Werk machte - ein symbolisches Alter, das dem Inhalt des Librettos entspricht: Samson, das biblische Äquivalent des Herkules, verbreitet Angst unter seinen Feinden, wird aber Opfer der Leidenschaft und erkennt schließlich, dass wahrer Heroismus Selbstaufopferung erfordert.
Saint-Saëns beabsichtigte zunächst, ein Oratorium ohne szenische Handlung zu schreiben. Der Librettist und Dichter Ferdinand Lemaire überredete ihn, die Form zu ändern. Der Komponist wählte schließlich die Oper - dem Vorbild von Rossini und Verdi folgend, die sich biblischen Themen zuwandten - und fand in der alttestamentlichen Geschichte Spannungen, die italienischen Vorbildern und Werken von Richard Wagner würdig sind. Die Geschichte eines Kriegers mit übermenschlicher Kraft ermöglichte es ihm, Elemente einzuführen, die dem französischen Geschmack nahestehen: eine Tanzszene, Stilisierungen, die auf nahöstliche Musik anspielen, und ein spektakuläres Finale.
Die Arbeit an der Oper zog sich über viele Jahre hin. Bereits 1868 präsentierte Saint-Saëns den zweiten Akt bei einer privaten Aufführung, allerdings ohne Erfolg, und weitere Arbeiten wurden durch seine Beteiligung am Deutsch-Französischen Krieg und die Ereignisse der Pariser Kommune behindert. Ferenc Liszt ermutigte ihn, das Werk zu vollenden, und versprach seine Uraufführung in Weimar - und hielt sein Wort: Die Uraufführung in deutscher Fassung fand dort 1877 statt. Das Publikum der Pariser Oper wartete noch fünfzehn Jahre, aber als es die Oper endlich hörte, nahm es sie begeistert auf. Samson und Dalila bleibt bis heute Saint-Saëns' einzige Oper im ständigen Repertoire.
Bei dem Konzert werden die Titelrollen von Brian Jagde und Anita Rachvelishvili gesungen, die Breslauer Philharmonie NFM spielt unter der Leitung von Thomas Guggeis - Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt.
Programm:
Camille Saint-Saëns Samson und Dalila op. 47 - Oper in Konzertfassung
Ausführende:
Thomas Guggeis - Dirigent
Brian Jagde - Samson (Tenor)
Anita Rachvelishvili - Dalila (Mezzosopran)
Kostas Smori











