Alles über meine Mutter
Teatr Łaźnia Nowa - Duża Scena, Krakau, Polen
90 zł
Regie: Michał Borczuch
Text und Dramaturgie: Tomasz Śpiewak
Musik: Bartosz Dziadosz
Bühnenausstattung: Dorota Nawrot
Lichtdesign: Jacqueline Sobiszewski
Multimedia: Michał Dobrucki
Regieassistentin: Agata Klepacz
Inspizientin: Jurgita Zaiauskas
Darsteller: Dominika Biernat, Iwona Budner, Monika Niemczyk, Marta Ojrzyńska, Halina Rasiakówna, Ewelina Żak, Krzysztof Zarzecki
Produktion: Teatr Łaźnia Nowa
"Alles über meine Mutter" von Michał Borczuch ist eine der wichtigsten und ergreifendsten Theaterproduktionen des letzten Jahrzehnts im polnischen Theater. Während das Werk von Pedro Almodóvars Film inspiriert ist, weichen die Schöpfer schnell von der Adaption ab und schaffen eine zutiefst persönliche Erzählung über ihre eigenen Mütter, die an Krebs starben. Der Regisseur und Krzysztof Zarzecki rekonstruieren keine Biographien, sondern versuchen, Erinnerung einzufangen – fragmentarisch, unsicher, geprägt von Trauer.
Schauspielerinnen werden zu diesem Prozess eingeladen und versuchen, die Mütter der Protagonisten dieser Geschichte zu verkörpern. Ihre Präsenz wirft Fragen über die Grenzen von Empathie und Repräsentation auf: Kann man die Mutter eines anderen spielen, ohne sie wirklich zu kennen? Wie kann man von der intimsten Erfahrung erzählen, ohne sie sich anzueignen? Das Stück offenbart die Spannung zwischen dem Privaten und dem Theatralischen, zwischen Dokument und Fiktion, zwischen Erinnerung und ihrer theatralischen Rekonstruktion.
Im Hintergrund dieser persönlichen Geschichte erscheint ein Bild Polens am Ende des 20. Jahrhunderts, gefiltert durch Familienerinnerungen. Humor und Selbstironie schwächen die Kraft der Erzählung nicht ab, sondern machen sie noch menschlicher und näher.
Seit seiner Uraufführung 2016 hat das Stück Polens renommierteste Theaterpreise gewonnen und Anerkennung vom Publikum erhalten und ist zu einem Symbol der künstlerischen Identität des Teatr Łaźnia Nowa geworden. Heute kehrt es als kultiges Stück zurück – immer noch lebendig, schmerzhaft und äußerst aktuell.
Dauer – 130 Minuten











