Eine mögliche Welt - Über das Fremde in uns
projekttheater dresden e.V., Deutschland
„Ich habe vor bald 10 Jahren das Herz eines anderen erhalten. Man hat es mir eingepflanzt. Mein eigenes Herz ist unbrauchbar geworden. Um leben zu können, musste ich das Herz eines anderen erhalten. Mein Herz wurde nun zu einem Fremden. Fremd wurde es vor allem gerade deshalb, weil es sich innen befand."
Ausgehend von der Herztransplantation des französischen Philosophen Jean-Luc Nancy stellt die Produktion Fragen nach dem Fremden in uns: Was wird uns fremd, wo spüren wir die Differenz zwischen dem Eigenen und dem Anderen - dem Eindringling, dem uns Herausfordernden? Warum ist es wichtig, dass Fremdes uns auf gewisse Weise fremd bleibt? Und inwiefern kann diese Auseinandersetzung eine Voraussetzung für die Heilung einer beschädigten Welt sein?
Nancy zufolge bilden Körper und Seele eine Einheit, ebenso Denken und Berühren. Für ihn ist Tanz die „Geburt des Körpers", Denken die „Geburt der Welt". Die Beschäftigung mit seinen Texten führt daher zu einer körperlichen und stimmlichen Verarbeitung: Bewegung und Sprache werden nebeneinandergestellt, um sich gegenseitig zu bewegen und die Worte zu ergründen.











