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Fetisch Intelligenz – Wie ein überbewertetes Konzept unser Leben prägt

fand statt · 25. Sept. 2026

Urania Berlin, Deutschland

Fetisch Intelligenz – Wie ein überbewertetes Konzept unser Leben prägt — Urania Berlin, Berlin

Foto: UraniaeV · CC BY-SA 4.0

Beschreibung wurde vor der Veranstaltung verfasst

Warum gelten heute so viele Kinder als hochbegabt? Warum sind Tech-Manager und rechtsextreme Influencer von Intelligenz besessen? Was macht den Intelligenzbegriff so attraktiv?

Gisela Schmalz und Mario de la Piedra Walter diskutieren, wie der "IQ" als Machtinstrument gebraucht und „Intelligenz" von linker, libertärer und rechter Seite vereinnahmt wird, um bildungs-, sozial-, wirtschafts- und einwanderungspolitische Ziele durchzusetzen. Das von Christian Dunker moderierte Gespräch zeigt, wie IQ-Tests, Ideologien und KI-Diskurse den Blick verengen und grundlegende Dimensionen menschlicher Intelligenz ausklammern.

Intelligenz gilt heute als Wertmaß für Menschen und Maschinen gleichermaßen - in Schule, Politik und im Hype um künstliche Intelligenz geht es vor allem um Vergleichbarkeit. Der IQ wird benutzt, um Menschen zu sortieren und auszusortieren. In einer von Effizienz bestimmten Welt schrumpft der Intelligenzbegriff zum politischen Instrument, zum Technologieversprechen und schließlich zum Fetisch, der individuelle Lebensläufe wie ganze Gesellschaftsstrukturen prägt. Zur Debatte steht auch die Frage, wie ein humanistischer Intelligenzbegriff aussehen könnte, der das ganzheitliche Potential eines Individuums umfasst.

Gisela Schmalz ist Professorin für Wirtschafts- und Digitalethik, hat Philosophie und Ökonomie studiert und leitet bei der Deutschen Gesellschaft für Philosophie die „Fokusgruppe Künstliche Intelligenz". Zu ihren Büchern zählen "Cliquenwirtschaft" und "Mein fremder Wille". Mario de la Piedra Walter, geboren in Mexico City, ist Autor und Neurologe in Berlin; er schreibt für die mexikanischen Zeitschriften ›Nexos‹ und ›Mercurio Volante‹ über Kultur und Naturwissenschaften. Sein Buch "Unser kreatives Gehirn" ist 2026 bei Diogenes erschienen.