Carmen
Teatr Lalek Rabcio, Rabka Zdrój
SCENA MŁODYCH
Die Heldin von Bizets Oper ist eine dichotome Figur: einerseits primitiv, widerspenstig, leicht unter die gefallenen Frauen einzuordnen, andererseits ein zartes Opfer, anfällig für die Widrigkeiten des Schicksals und das über ihr hängende Verhängnis. Indem die Librettisten Carmen zur Person aus der sozialen Peripherie machten, verstrickt in die kriminelle Unterwelt, sperrten sie sie in eine eindimensionale Rolle der Verräterin und Intrigantin ein, deren Zügellosigkeit einen naiven Soldaten zum Verbrechen treibt.
Die Schöpfer dieser Inszenierung setzen sich mit der Neudefinition klassischer Opernkonventionen auseinander und verleihen Carmen Handlungsfähigkeit und Autonomie. Ausgehend von den Errungenschaften des postdramatischen Theaters versuchen sie, die Komplexität dieser Geschichte zu erfassen und sie neu zu erzählen — Carmen eine Stimme zu geben, anstatt sie in Opernarien einzusperren.
"Carmens unvermeidliches Opfersein provozierte uns zu der Frage, ob es einen Ausweg aus dem männlichen Blick gibt, der sie zu einer Art hedonistischen Projektion macht. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Mann-Frau-Beziehungen, die auf toxischen, konventionellen Mustern basieren. Wir suchen nach einer Lösung, die es Carmen ermöglichen würde, aufzuhören, ein Opfer zu sein. Man möchte fragen: muss Bizets Oper immer in einer Tragödie enden? Vorerst scheint es keinen anderen Weg zu geben — eine solche Lösung wird uns von der Kultur nahegelegt, in der wir ständig herumwaten und aus der wir nicht entkommen können. Carmen ist in ihrer eigenen Identität wie ein Vogel im Käfig gefangen." — Sebastian Róg
Regie | Drehbuch | Bühnengestaltung: Sebastian Róg
Musik | Sounddesign: Dawid Głaz
Choreografie: Zuzanna Wójciak
Regieassistentin: Antonina Chrustek
Arrangement der Gesangspartien: Julia Chrustek
Lichtgestaltung: Piotr Świerczek
Besetzung: Antonina Chrustek, Aleksandra Jasica, Małgorzata Korwel, Teresa Miter, Karolina Pędzimąż, Krzysztof Bolechowski, Sebastian Róg
Premiere: 23.05.2026
Dauer: 75 Min. (ohne Pause)
Alter: 16+