Geschlossener Garten, offener Garten
Przestrzeń Muzyki Współczesnej Hashtag Lab, Warschau, Polen
40 zł
Junikonzerte auf dem Dach sind bereits zur Labortradition geworden. Wir laden euch erneut in den Garten ein, wo unter freiem Himmel die Klänge der Stadt mit Musik verschmelzen.
Gerade die Stadt inspirierte Bobby Ge zu seinem Werk für Violine mit Elektronik Doppelgänger Streets. Der Komponist, der durch die Straßen spazierte, empfand oft den Surrealismus der Nachbarschaft – das Nebeneinander von lauten Konzertsälen und Wolkenkratzern mit schmutzigen Gassen und ärmlichen Speisehallen. Ihn faszinierte, dass dieselbe Straße für eine Person ein Synonym für Luxus und Kultur sein konnte, für eine andere aber ein düsteres, erbarmungsloses Fegefeuer. In der Stadt überlagern sich verschiedene Realitäten. Sie konkurrieren nicht – sie scheinen sich gegenseitig nicht zu bemerken. Dies macht es möglich, obsessiv endlos durch Städte zu gehen. Man weiß nie, in welche Welt man unerwartet eintritt.
Musik kann umzingeln. Sie kann in unseren Kopf eindringen wie ein wiederkehrender Gedanke, von dem man sich nicht befreien kann. In Michael Gordons The Light Is Calling entwickeln sich kurze Klangfragmente nicht, sondern zirkulieren hartnäckig – unerbittlich und hypnotisch. Ähnlich in Paweł Janas' Hypnosis, wo Wiederholung selbst zur Erfahrung wird – ergreifend und verschlingend, führend in einen Trancezustand – einen Zustand, in dem die Wahrnehmung ausgesetzt wird und die Grenze zwischen Kontrolle und deren Verlust zu verschwimmen beginnt.
In Báry Gísladóttirs Rage against reply guy spüren wir die Spannung zwischen Wiederholung und wachsender Intensität – als würde Energie, zunächst in einem geschlossenen Kreislauf gefangen, allmählich einen Ausweg suchen. Klang funktioniert hier als lebende Materie – fähig zur Transformation und zum Widerstand.
Hortus Conclusus, Hortus Apertus von Ewa Trębacz – die Weltpremiere dieses Abends – ist ein Werk, in dem isolierte Elemente der Realität vergrößert, fragmentiert und überlagert werden. Der geschlossene Garten – ein Raum der Introspektive, aber auch der Einsamkeit und obsessiven Rückkehr zum Detail – öffnet sich allmählich, und Klang, verkörpert in Stimme und Instrumenten, tritt in Beziehung zur Umgebung – zur Luft, zum Raum.











