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Richard III. - Premiere

Fr, 25. Sept. 2026 · 19:30

Theater RambaZamba, Berlin, Deutschland

Richard III. - Premiere — Theater RambaZamba, Berlin

Shakespeares Richard III., uraufgeführt um 1593, gehörte schon zu Lebzeiten des Dramatikers zu seinen erfolgreichsten Stücken. Die Titelfigur fasziniert bis heute - ihre Verführungskraft liegt in einer hemmungslos zielgerichteten, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Richard ist der erste in einer Reihe von Bösewichten bei Shakespeare, dessen virtuose Manipulationskunst das Publikum in den Bann zieht. In der europäischen Theatergeschichte wurde Richards körperliche „Missgestalt" zum Symbol für moralische Verkommenheit - eine Gleichsetzung von Behinderung mit Bösartigkeit, die sich tief ins kulturelle Gedächtnis eingeschrieben hat.

Die Inszenierung am RambaZamba Theater stellt diese Zuschreibung radikal infrage. Gemeinsam mit der Autorin Antigone Akgün wird Shakespeares Text überschrieben: Richard erscheint nicht als „dämonischer Tyrann", sondern als jemand, dessen Machtergreifung aus Erfahrungen von Ausgrenzung, Spott und strukturellem Ableismus entsteht - kompromisslos, schillernd, unerbittlich. Regisseurin Julia Wissert richtet den Fokus auf die politischen Dimensionen: Wer hat Zugang zu Macht? Wer darf sichtbar sein? Welche Gewalt erzeugt eine Gesellschaft, die ihre Außenseiter:innen permanent abwertet?

Die Textfassung von Wissert und Akgün bewegt sich zwischen Shakespeare-Rhythmus und heutiger Überzeichnung und macht Wut, Witz und Widerstand in den Dialogen spürbar. Die unterschiedlichen Körper und Stimmen der Schauspieler:innen des RambaZamba Theaters erzeugen einen Resonanzraum, in dem Norm und Abweichung immer wieder neu verhandelt werden.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.