Der zerbrochene Krug - Komödie von Heinrich von Kleist
Kulturhaus Frankfurt, Deutschland
Im Dorf Huisum ist Gerichtstag. Dorfrichter Adam stolpert gleich am Morgen aus dem Bett - und erklärt seine diversen Verletzungen damit, über sich selbst gefallen zu sein. Es ist die erste von vielen Lügen.
Der wahre Grund: In der Nacht zuvor hat Adam die junge Eve in ihrem Zimmer bedrängt. Er hatte ihr versprochen, ihren Verlobten Ruprecht mit einem heimlich ausgestellten Attest vor dem Militäreinzug zu bewahren - denn wer nach Asien verschifft werde, komme kaum lebend zurück, so Adams Drohung. Als Ruprecht ihn überrascht, flüchtet Adam durchs Fenster und zieht sich dabei allerlei Blessuren zu. Einziger stummer Zeuge der Nacht ist ein Krug, der nun in Scherben liegt. Eves Mutter Marthe zieht damit vor Gericht - und beschuldigt ausgerechnet Ruprecht des Übergriffs.
Adam eröffnet den Prozess, entschlossen, seine eigene Schuld zu verschleiern. Mit Drohungen, Einschüchterungen und falschen Anschuldigungen versucht er, einen Unschuldigen zu verurteilen - während Eve, von ihm erpresst, schweigt.
Heinrich von Kleists Lustspiel treibt die Ordnungen und Regeln seiner Zeit an die Grenze der Belastbarkeit. Am Ende stehen Liebe, Familie, Staatsraison und Unschuld auf dem Prüfstand. Machtmissbrauch, Verletzung der Privatsphäre, Kungelei bei Behörden, Arroganz der Macht - das Stück verhandelt Themen, die heute kaum weniger aktuell sind.











