Maryla
Kino Polonia, Trzebnica, Polen
Können wir die Verletzung von Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechten um des Sports und des olympischen Ideals willen ignorieren? Sind wir als Einzelne der uns umgebenden Realität hilflos ausgeliefert - oder wollen wir einfach hilflos bleiben? Kann eine einzelne einsame Geste der Funke einer größeren Veränderung sein?
Anlass für diese Fragen ist die Geschichte von Maria Kwaśniewska, einer Speerwerfer, die 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin eine Bronzemedaille gewann. Ihre Geste mit gesenkten Armen, ihre Haltung ohne Unterwerfung - soll Hitler beeindruckt haben. Das Foto, das sie hasste, wurde ihr persönlicher Kriegspass, ein Durchlass zur Rettung von Menschen.
Das Stück erzählt vom Mechanismus der Propaganda: davon, wie der deutsche faschistische Staat die Idee der Spiele nutzte, um die Illusion eines gerechten Systems zu schaffen. Vor den Augen von Athleten, Funktionären und Komitees aus der ganzen Welt entstand Hitlers Zirkus und Theater. Wurde die Berliner Olympiade zur Warnung? Nein - denn diesen Mechanismus haben wir später vielfach wiedergefunden: Berlin, München, Moskau, Peking, Sotschi, Katar, Montreal, Los Angeles, Mexiko-Stadt, Korea, Brasilien, Paris...











