Paula Pau & Andras Meneses Sousa - "PANDORA"
tanzhaus nrw, Düsseldorf, Deutschland
Foto: Tanzhaus nrw · CC BY-SA 4.0
Showgirls präsentieren sich bewusst für ein Publikum - glamourös, begehrenswert, kontrolliert. Dieses Bild entsteht jedoch innerhalb gesellschaftlicher Erwartungen und Fantasien darüber, wie Weiblichkeit aussehen soll. Das Showgirl verkörpert die Spannung zwischen Selbstwahrnehmung und bewusster Inszenierung als Objekt der Betrachtung.
Die Tanzperformance von Paula Pau und Andras Meneses Sousa verarbeitet diesen ambivalenten Prozess der Selbstobjektivierung anhand der Figur des Showgirls. In PANDORA geht es dabei nicht nur um Fremdbestimmung, sondern auch um die widersprüchliche Möglichkeit, gerade durch diese Inszenierung Macht, Sichtbarkeit und Handlungsspielraum zu gewinnen. Ausgehend vom griechischen Mythos der Pandora entfaltet das Solo - in dem sich das Publikum gemeinsam mit der Tänzerin durch den Bühnenraum bewegen kann - eine Erzählung, in der Weiblichkeit für den Blick der Anderen konstruiert wird: geschmückt, begehrt und gefürchtet.
Die Figur des trans Showgirls ist geprägt von Paula Paus Kindheitserinnerungen an die Kathoey-Cabaret-Szene in Bangkok, wo Transfemininität gleichzeitig als Glamour, Spektakel und Disziplin erschien: als sichtbare und gefeierte Präsenz, aber auch als Bild, das durch die Erwartungen anderer geformt wird. Inspiriert von thailändischem Cabaret, Showtanz, chinesischer Oper und rituellen Praktiken aus Paula Paus kulturellem Hintergrund folgt das Stück einem Körper zwischen Perfektion und Bruch, Bild und Präsenz.
Die Bühne wird zur zeitgenössischen Büchse der Pandora: ein aufgeladener Raum, in dem Begehren, Fantasie und Angst in Bewegung geraten - bis die ausgestellte Figur beginnt, zurückzublicken.











