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Kann denn Liebe Sünde sein? Queerness im Faschismus: Der Fall Bruno Balz

So, 27. Sept. 2026 · 18:00

Theater rote Bühne, Nürnberg, Deutschland

23 €

Kann denn Liebe Sünde sein? Queerness im Faschismus: Der Fall Bruno Balz — Theater rote Bühne, Nürnberg

"Davon geht die Welt nicht unter
Sieht man sie manchmal auch grau
Einmal wird sie wieder bunter
Einmal wird sie wieder himmelblau"

Als der Librettist Bruno Balz 1941 den Klassiker "Davon geht die Welt nicht unter" für einen Propagandafilm schreibt, sitzt er gerade im Gefängnis. Die Gestapo hatte ihn wegen seiner Homosexualität verhaften lassen. Obwohl seine Texte in der Vertonung von Zarah Leander äußerst erfolgreich sind, darf sein Name nicht mehr öffentlich erscheinen - Fotos von ihm werden vernichtet, und er wird gezwungen, eine heterosexuelle Ehe einzugehen.

Der §175 wird erst 1994 gestrichen. Seit 2001 können homosexuelle Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Dennoch wächst das Gefühl der Unsicherheit wieder: die politische Hetze gegen trans Personen in den USA, Brandanschläge auf queere Cafés in Berlin, das vielfache Verbot von Pride-Marches - das sind nur die sichtbarsten Zeichen. Personen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen, sind erneut vermehrt körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt.

In einer Mischung aus Musik und Monolog bringt Sänger und Schauspieler Dominik Müller die Figur des Bruno Balz neu auf die Bühne - unter der Regie von Franziska Detrez. Anhand seines Falls lässt sich der Wandel von der offenen Gesellschaft der 1920er Jahre zum Faschismus der 30er und 40er nachvollziehen. Welche Schlüsse lassen sich daraus für heute ziehen - und in welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Fassung und Regie: Franziska Detrez
Schauspiel und Gesang: Dominik Müller