"VERTRIEBENE SIND WIR, VERBANNTE" - Bertolt Brecht im Exil - und davor
Thalia Theater & Nachtasyl, Hamburg, Deutschland
Gedichte, Texte, Lieder
„Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten. Das heißt doch Auswandrer. Aber wir / Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluß / Wählend ein andres Land. Wanderten wir doch auch nicht / Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer. / Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte."
(Svendborger Gedichte)
1933 von den Nazis aus Deutschland vertrieben, kreiste Brechts Arbeit fortan um die „Dauer des Exils", das Fremdbleiben in der Fremde, das Schreiben gegen Hitler und die Verteidigung der Poesie unter Unterdrückung - fünfzehn Jahre, in denen er „öfter als die Schuhe die Länder wechselnd" einmal um den Erdball getrieben wurde. Doch hatte das Exil nicht schon früher begonnen? Viele Texte vor der Flucht gestalten das Fremdsein im eigenen Land, das Exil vor dem Exil.
Corinna Harfouch und Die Tentakel von Delphi - Paula Sell, Hannes Gwisdek, Boris Nielsen, Moritz Bossmann und Johannes Döpping - interpretieren Exilgedichte und Texte aus den 1920er Jahren, darunter „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner".
Corinna Harfouch spielte u. a. am Berliner Ensemble und arbeitete mit Regisseuren wie Heiner Müller, Frank Castorf, Jürgen Gosch und Herbert Fritsch. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring, dem Grimme-Preis und zweimal mit dem Deutschen Filmpreis. Seit kurzem ist sie auch am Thalia Theater zu sehen.











