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De là à là (Von hier nach da)

fand statt · 18. Sept. 2026

Uferstudios, Berlin, Deutschland

De là à là (Von hier nach da) — Uferstudios, Berlin
Beschreibung wurde vor der Veranstaltung verfasst

Was passiert, wenn ein Körper eine Grenze überschreitet?

In De là à là bewegen sich zwei Performer*innen in entgegengesetzte Richtungen: Martina Gunkel, eine weiße Frau aus Deutschland, reist von Europa nach Afrika; Sanga Ouattara, ein Schwarzer Mann von der Elfenbeinküste, nimmt den umgekehrten Weg. Ihre Bewegungen spiegeln einander - und basieren auf den Erfahrungen, die beide bei ihrer Ankunft auf dem jeweils anderen Kontinent gemacht haben. Die Bedingungen, unter denen sie sich bewegen und wahrgenommen werden, sind dabei zutiefst ungleich.

Ihre Körper tragen mehr als Pässe und persönliche Gegenstände: Erinnerung, Spuren von Geschichte, vererbte Rhythmen, gelebte Erfahrung. Sie sind lebendige Archive, geformt durch das, was ihnen vorausgeht, und durch die Räume, die sie betreten. Territorium ist hier nicht nur geografisch, sondern auch im Körper eingeschrieben.

Die Performance legt die Asymmetrie von Mobilität und Migration offen. Bewegungen von Nord nach Süd werden oft als Offenheit oder Expertise gelesen; der Weg von Süd nach Nord ist häufig geprägt von Einschränkung, Misstrauen und systemischen Barrieren - als Fortsetzung kolonialer Kontinuitäten. Durch Choreografie, Präsenz und Konfrontation untersuchen die Künstler*innen, wie Identität unter diesen Bedingungen entsteht: Was tragen wir in uns, und was wird uns von außen zugeschrieben?

De là à là löst diese Spannungen nicht auf, sondern hält sie in geteilter Präsenz. Die Arbeit fragt, wie Körper, die in Migrationssystemen ungleich positioniert sind, auf menschlicher und sinnlicher Ebene zueinander finden können - und welche Formen von Beziehung jenseits dieser Trennungen möglich werden.

Dauer: 45 Minuten

Konzept, Choreografie, Performance: Martina Gunkel, Sanga Ouattara
Musik: Charles Ouitin
Lichtdesign: Underdome Music

Martina Gunkel lebt in Stuttgart und arbeitet als freischaffende Tänzerin, Performerin, Pädagogin und Choreografin in Deutschland und den Niederlanden. Sie hat einen Bachelor of Performing Arts an der Fontys University of Applied Sciences (NL) erworben. Mit der interaktiven und interdisziplinären Performance It is there. Around the corner (Tanz, Theater, zeitgenössischer Zirkus; 2018) zeigt sie ihr künstlerisches Interesse am Austausch mit anderen Kunstformen sowie mit dem Publikum. Seit 2021 arbeitet sie vor allem in der freien Stuttgarter Szene, unter anderem in Projekten von Instant PIG, Blomst! und weiteren.