CHARLOTTENGRAD - EIN STÜCK RUSSLAND MITTEN IN BERLIN
Theater im Palais Berlin, Deutschland
Aus der Reihe "Berliner Geschichten"
Szenische Lesung über das Leben und Schaffen russischer Literaten im Exil der 1920er Jahre - mit Alina Gause und Carl Martin Spengler (Spiel, Gesang), am Klavier Lidia Kalendareva. Musikalische Einrichtung: Ute Falkenau. Textfassung: Ildiko Bognar. Bühnenbild: Alexander Barmenkov, Anna Piro, Angelina Dashkevic. Kostümbild: Tatjana Hajdukova.
Vor rund 100 Jahren emigrierten Hunderttausende Russen nach Berlin. Die Oktoberrevolution 1917 und der folgende Bürgerkrieg trieben Adlige, Geschäftsleute und Intellektuelle aus ihrer Heimat. Während die politischen Köpfe sich in Paris sammelten und Prag zum russischen Wissenschaftszentrum im Exil wurde, zog es die Schriftsteller nach Berlin. Fast alle bedeutenden russischen Autorinnen und Autoren des 20. Jahrhunderts lebten hier vorübergehend oder besuchten die Stadt: Vladimir Nabokov, Wladislaw Chodassewitsch, Andrej Bely, Boris Pasternak, Viktor Schklowski, Marina Zwetajewa, Nina Berberowa, Alexej Remisow, Mark Aldanow, Alexej Tolstoi, Ilja Ehrenburg, Maxim Gorki und viele mehr.
Charlottenburg bekam damals den Spitznamen „Charlottengrad"; Berlin selbst wurde „Moskau an der Spree" und „Dritte Hauptstadt Russlands" genannt. Die Produktion fragt, wie die Emigranten die Stadt wahrnahmen und ob das Exil ihre Kreativität lähmte oder beflügelte - und beleuchtet damit ein Stück Berliner Geschichte, das eng mit Flucht, Exil und Heimat verwoben ist.
Die Textauszüge aus „Im Reich der Schatten" von Andrej Belyj (aus dem Russischen von Birgit Veit) werden mit freundlicher Genehmigung des Insel Verlages verwendet. Dauer: 1 h 45 Min., inkl. Pause nach ca. 45 Min. Premiere / Uraufführung: 08.06.2023.











