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"Taiwan Travelogue"

fand statt · 5. Okt. 2026

St. Pauli Kirche Hamburg, Deutschland

"Taiwan Travelogue" — St. Pauli Kirche Hamburg, Hamburg
Beschreibung wurde vor der Veranstaltung verfasst

Ausgezeichnet mit dem International Booker Prize 2026

„Die Literatur kann sich von Grund auf nicht von der Politik lösen", sagte die taiwanesische Schriftstellerin Yang Shuang-zi bei der Preisverleihung in der Tate Modern in London, wo ihr der diesjährige International Booker Prize verliehen wurde - für die englische Übersetzung ihres Romans „Taiwan Travelogue".

Der Roman spielt im besetzten Taiwan der 1930er Jahre und erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer japanischen Autorin und ihrer taiwanesischen Übersetzerin, die gemeinsam durchs Land reisen. Auf den ersten Blick schildert Yang Shuang-zi in poetischer, kunstvoller Sprache eine romantische Reise, auf der die beiden Frauen die Schönheit und kulinarische Vielfalt des damals von Japan besetzten Landes erkunden. Erst auf den zweiten Blick wird die schriftstellerische Raffinesse sichtbar: Es sind die Zwänge ungleicher Machtverhältnisse und des Kolonialismus, die die Liebenden voneinander trennen - die Politik bricht ins höchst Private ein. Was bedeutet es wirklich, fremdes Essen zu probieren? Und was passiert mit einer Beziehung, wenn die äußere Dynamik der Machtverhältnisse sich subtil in die Gespräche der beiden Frauen drängt?

Als Übersetzung eines wiedergefundenen Textes eines japanischen Autors getarnt, bringt der Roman ein lange vernachlässigtes Kapitel der ostasiatischen Geschichte ans Licht - in Taiwan war er ein sensationeller Erfolg.

Yang Shuang-zi (*1984) ist Schriftstellerin, Essayistin und Literaturkritikerin. „Yang Shuang-zi" ist ihr Pseudonym und bedeutet „Zwillinge" - ein Verweis auf ihre verstorbene Zwillingsschwester, mit der sie es ursprünglich teilte.